Rudolf Ippischs Traum einer Seilbahn auf den Feuerkogel
Den Traum von der Erschließung des Höllengebirges für den Fremdenverkehr und dem Bau einer Seilschwebebahn auf das Gebirgsplateau träumte und verwirklichte ein Ebenseer Pionier, Kommerzialrat Rudolf Ippisch.
Dank seines unbeugsamen Willens wurde die Seilbahn auf den Feuerkogel am 26. Juni 1927 im Beisein der damals führenden Politiker und zahlreicher Prominenter für den öffentlichen Verkehr freigegeben.
Seither ermöglicht die - mittlerweile natürlich gründlich modernisierte - Bahn einen einzigartigen Ausblick über das gesamte Salzkammergut, Erholung an den schönsten Naturplätzen des 1.600 m hohen Feuerkogel-Plateaus und Skivergnügen für die ganze Familie.
Das Feuerkogel-Hochplateau ist einer der beliebtesten Ausflugsberge Oberösterreichs. Deshalb wurde in den vergangenen Jahren kräftig in die Infrastruktur investiert – unter anderem seit 2009 in den Ausbau des Skigebiets mit der Gsoll-Bahn und dem Gruber-Sessellift sowie 2015 in die Errichtung einer modernen Beschneiungsanlage.
Weitere Meilensteine folgten mit neuen Gondeln für die Pendelbahn für mehr Komfort und Panorama in den Jahren 2018/19, einem verstärkten Fokus auf nachhaltige Entwicklung und Qualität im Ganzjahresbetrieb ab den 2020er-Jahren sowie zuletzt mit E-Ladestationen an der Talstation für eine umweltfreundliche Anreise.
Meilensteine der Bergbahnen Feuerkogel
1919 – Erste Ideen und Visionen von Rudolf Ippisch
1925 – Bauauftrag für die Seilbahn wird vergeben
1926 – Baubeginn unter alpinen Herausforderungen
26. Juni 1927 – Offizielle Eröffnung der Feuerkogel Seilbahn
1930–1946 – Erweiterung der Kabinenkapazität
1947 – Bau des ersten Stangellifts und Beginn des organisierten Skibetriebs am Feuerkogel
1955 – Leistungssteigerung und höhere Fahrgeschwindigkeit
1985 – Komplette Modernisierung der Seilbahn
ab 2000er – Ausbau des Skigebiets und Infrastruktur
2009 – Bau der Gsoll-Gondelbahn (8er Ein-Seil-Umlaufbahn) sowie der Gruber-Sesselbahn (6er Hochgeschwindigkeits-Sesselbahn, kuppelbar) als bedeutender Ausbau des Skigebiets
2015 – Installation moderner Beschneiungsanlagen
2018/19 – Neue Gondeln für die Pendelbahn am Feuerkogel für mehr Komfort und Panorama
2024 - E-Ladestationen an der Talstation für umweltfreundliche Anreise mit dem Elektroauto
heute – Ganzjahresbetrieb mit Fokus auf Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit
Geschichte der Feuerkogel Seilbahn
Tradition trifft Innovation
Die Feuerkogel Seilbahn zählt zu den bedeutendsten Pionierprojekten des alpinen Tourismus in Oberösterreich. Seit fast 100 Jahren verbindet sie den Ort Ebensee mit dem Hochplateau des Feuerkogels im Höllengebirge – und steht heute für eine gelungene Verbindung aus Geschichte, Technik und modernem Bergerlebnis.
Die Anfänge: Vision und Pioniergeist
„Schuster bleib bei deinen Leisten“ sagt ein altes Sprichwort. Der vielseitige Ebenseer Rudolph Ippisch hielt sich nicht an diese Weisheit, denn nach einer Lehre in der Schusterwerkstätte seines Vaters machte sich der junge Ippisch auf, um zuerst Schuherzeuger für das Militär zu werden und anschließend – vorher arbeitete er in Wien und Paris – das Schuhwerk für die englische Königs-Familie beim Hofschuster in London herzustellen. Nach seiner Rückkehr in den Heimatort Ebensee übernahm er das väterliche Geschäft.
Im Laufe der Zeit wurde er Kinobesitzer, Kapitän und Kapellmeister, bis er schließlich einen Fonds ins Leben rief, der es ihm ermöglichte, 1918 die Schiffe des Engländers Ruston zu erwerben und die „Traunseeschifffahrts-Gesellschaft“ zu gründen.
Rudolf Ippischs Traum: Eine Seilbahn auf den Feuerkogel errichten!
Die kühnste Seilbahn Europas Ein weiterer Traum des ideenreichen Mannes war es, das Höllengebirge zu erschließen. In seinen Memoiren schreibt Ippisch: „Den Gedanken, eine Seilbahn zu bauen, konnte ich nicht mehr loswerden!“ Ein steiniger Weg, wie sich herausstellen sollte. Mehrere Kostenvoranschläge und Pläne von Seilbahnbauern waren notwendig und außerdem war das Problem der Finanzierung und Kapitalbeschaffung zu klären.
Wo er auch vorsprach, um Geld für sein umstrittenes Vorhaben zu erhalten, stieß er auf Skepsis und negative Antworten. Doch Ippisch gab nicht auf und überwand nach einigen Jahren schließlich auch diese Hürde. 1925 war die Finanzierung gesichert und er erwarb die Vorkonzession zum Erbau einer Seilbahn auf den Feuerkogel.
Am 26. November 1925 konnte der Bauauftrag an die Firma Bleichert gegeben werden und der Erbauung stand nichts mehr im Weg. Der Bau einer Materialseilbahn, eine aus dem Weltkrieg stammende Seilbahn wurde zu diesem Zweck gekauft, war notwendig. Größten Ärger und Sorge, schreibt Ippisch, verursachte der Transport des Tragseils für die Materialseilbahn, eine unbequeme Arbeit. Nachdem die 50 Arbeiter, die dieses Seil längs der Straße legen sollten, eines Tages streikten und sagten „Trag’s dir selber aufi“, zogen zwei Mulis das Seil hinauf.
Sechzehn Monate war diese Materialseilbahn mit einer Tragkraft von 450 Kilogramm im Einsatz und transportierte sogar zwei 2400 Kilogramm schwere Grundplatten für die Dieselmotoren auf den Berg. Ein enormes Wagnis, aber die Materialseilbahn hielt der Belastung stand. Der Arbeitseinsatz von 90 Mann war erforderlich, um das Aufziehen des Tragseils der Feuerkogel Seilbahn zu ermöglichen, ein Projekt das volle sechs Wochen dauerte.
Diese Faktoren zeugen vom ungeheuren Einsatz und Willen der notwendig war, um in dem schwierigen Gelände mit den damaligen technischen Möglichkeiten diese Anlage zu bauen. Ein großer Tag für Ippisch und seine Heimatgemeinde Ebensee: „Diese Seilbahn, deren Zustandekommen mir fast ein Jahrzehnt unsagbare Sorgen bereitet hatte, konnte endlich am 26. Juni 1927 der Öffentlichkeit zur Benützung übergeben werden.“ Die ausländische Presse berichtete von der „kühnsten Seilbahn Europas“, denn sie überschneidet im ersten Stück 1400 Meter ohne Stütze.
Bereits im ersten Jahr fuhren mehr als 20.000 Personen mit der Seilbahn auf den Feuerkogel. Das Fassungsvermögen der beiden Seilbahnwagen war zu Beginn 16 Personen, ab 1930 18 Personen und ab 1946 25 Personen bei einer Förderleistung von ca. 125 Pers./Std. Im Zuge des Ausbaus wurde die Abtriebsleistung so verstärkt, dass 1955 eine Fahrgeschwindigkeit von 6,2 m/s erreicht wurde. 1985 wurde die Bahn nach 58 unfallfreien Betriebsjahren erneuert und hat seither eine Förderleistung von 377 Personen/Std. und eine Fahrgeschwindigkeit von 12 m/s.
Übrigens, dass die Ebenseer im Seilbahn- und Schleppliftbau Pioniergeist bewiesen, zeigt auch die Tatsache, dass der erste Schlepplift Österreichs, der Stangenlift, ab 1936 am Feuerkogel in Betrieb war, konzipiert vom Ebenseer Karl Schallinger.
Der erste Stangellift am Feuerkogel
Mit dem wachsenden Interesse am Wintersport entwickelte sich der Feuerkogel schon früh zu einem beliebten Ziel für Skifahrer. Einen wichtigen Meilenstein stellte dabei der Bau des ersten sogenannten Stangellifts im Jahr 1947 dar – einer der ersten Aufstiegshilfen am Berg und ein entscheidender Schritt für die touristische Entwicklung im Winter.
Der einfache, aber funktionale Schlepplift ermöglichte es erstmals, größere Höhenunterschiede bequem zu überwinden und mehr Zeit auf den Pisten zu verbringen. Für viele Wintersportler bedeutete der Stangellift den Einstieg in ein völlig neues Bergerlebnis – weg vom mühsamen Aufstieg, hin zu mehr Fahrspaß im Schnee.
Auch wenn moderne Liftanlagen heute deutlich mehr Komfort bieten, bleibt der Stangellift ein Symbol für die Anfänge des Skisports am Feuerkogel. Er legte den Grundstein für die Weiterentwicklung des Skigebiets und die heutige Infrastruktur am Hochplateau.
Moderne Bergbahn: Komfort, Technik und Nachhaltigkeit
Heute präsentieren sich die Bergbahnen Feuerkogel als moderne Aufstiegshilfe mit höchsten technischen Standards:
1985 – Komplette Modernisierung der Seilbahn
2009 – Bau der Gsoll-Bahn (8er Ein-Seil-Umlaufbahn) sowie der Gruber-Sessellift (kuppelbare 6er-Hochgeschwindigkeits-Sesselbahn) als bedeutender Ausbau des Skigebiets
2015 – Moderne Beschneiungsanlagen: Sicherstellung der Wintersaison durch leistungsfähige Schneeproduktion auf den Hauptpisten
Effiziente Schneekanonen: Optimale Pistenqualität bei unterschiedlichen Wetterbedingungen
2018/19 – Neue Gondeln bei der Pendelbahn: Mehr Komfort, Panorama und Kapazität für ein zeitgemäßes Bergerlebnis
2024 – Installation von E-Ladestationen an der Talstation für eine umweltfreundliche Anreise mit dem Elektroauto
Laufende Investitionen: Infrastruktur, Pisten und nachhaltige Weiterentwicklung des Skigebiets
Die Kombination aus Tradition und Innovation macht den Feuerkogel heute zu einem ganzjährig attraktiven Ausflugs- und Skigebiet am Traunsee in der Ferienregion Salzkammergut.